Unser Mitarbeiter Simon fährt mit dem Fahrrad von Trondheim bis zum Nordkap - und nimmt uns auf diesem Blog mit auf die Reise!

Herzlich Willkommen auf dem kleinen Reiseblog, mit dem wir euch auf unsere Tour vom norwegischen Trondheim bis zum Nordkap mitnehmen wollen! Unser Treibstoff: pure Muskelkraft. Mit dem Rad wollen wir die ca. 2000 km zum nördlichsten Punkt Europas zurücklegen. Eine echte Herausforderung für uns. Aber wir wollen zeigen, dass das Rad eine echte Alternative zum PKW sein kann, auch auf längeren Distanzen! Und das kann dann trotzdem Urlaub sein.

Mit dem Blog möchte ich auch die Lesenden zum Radfahren animieren! Daher fordere ich die ganze wiwi consult beim Mainzer Stadtradeln vom 10.09.-30.09. heraus! Schafft ihr mehr Kilometer zu radeln als ich auf der Reise? Show me what you got!

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Abwechslung für die Beine

Weiter ging es für uns mit doch etwas schmerzenden Waden - in ein kleines Café in Reine, um uns bei einer heißen Schokolade zu erholen. Dann noch 30 km Fahrrad fahren und das Tagesziel war erreicht. Wir schlugen unser Zelt auf einem Campingplatz direkt am Strand auf in der Hoffnung, in dieser Nacht eine gute Sicht auf die Mitternachtssonne zu bekommen. Da wir jedoch so erschöpft waren und es auf keinen Fall schaffen würden bis um 12 Uhr wach zu bleiben, stellten wir uns einen Wecker. Als dieser dann jedoch klingelte, waren wir so müde und der Himmel wolkenverhangen, dass wir gleich im Zelt blieben. Gut erholt ging es für uns dann am nächsten Tag über die Lofoten, vorbei am glitzernden Wasser, steilen Berghängen und Sandstränden. Die Lofoten sind richtig schön und wir freuen uns sehr auf die nächsten Tage. Vielleicht wird ja das Wetter noch ein bisschen wärmer als 8 Grad.
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Lofoten wir kommen

Nach einer turbulenten Überfahrt mit der Fähre von Bodø nach Moskenes (das Essen ist leider nur zum Teil im Magen geblieben) kommen wir auf den wunderbaren Lofoten an. Es ist furchtbar kalt, aber traumhaft schön. Umzingelt von Bergen bauen wir unser Zelt auf und wärmen uns mit einem heißen Tee. Hier lernen wir auch Robert kennen. Er ist von München!!! aus gestartet und hat das gleiche Ziel wie wir - das Nordkap! Er wird uns in den nächsten Tagen etwas begleiten. Beim Kochen spüren wir noch immer das Schaukeln der Fähre und fallen dann erschöpft ins Zelt. Am nächsten Tag geht es für uns in das Städtchen Å (der wohl kürzeste Städtename der Welt), um dort die angepriesen besten Zimtschnecken überhaupt zu probieren. Und wir wurden nicht enttäuscht. Es war ein Traum. Dann spazierten wir noch etwas durch das kleine Fischerdörfchen mit den roten Häusern und machten uns auf zum Berg Reinebringen. Hier erwarteten uns etwa 2500 Stufen (eine Abwechslung für die Beine) um einen herrlichen Ausblick über die Insel zu bekommen.
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Gastfreundliche Norweger

Draußen hat es gestürmt und in Strömen geregnet, während wir im warmen Hüttchen dem Regen gelauscht haben. Das war dann eine kleine Belohnung für die Strapazen! Und weil es am nächsten Tag auch nicht besser gemeldet war, blieben wir einfach noch eine Nacht. An diesem Abend hat uns ein Mitarbeiter des Campingplatzes die Sauna vorbereitet und auf ein Abendessen in die Grillhütte mit den anderen Campierenden eingeladen! Wow! Ein schöner Abend mit Menschen aus den verschiedensten Ländern! Am nächsten Tag haben wir uns dann mit viel Gegenwind nach Saltstraumen zum stärksten Gezeitenstrom der Welt durchgeschlagen und dann weiter nach Bodø, der letzten Station vor den Lofoten. Auch hier hat es nach unserer Ankunft den ganzen restlichen Tag geschüttet. Das Zwischenziel ist nun jedoch zum Greifen nah! Hoffentlich mit besserem Wetter!
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Regen, Regen, Regen

Am Abend vor der letzten Nacht auf dem Campingplatz in Furøy haben wir angeboten bekommen in einer Grillhütte zu schlafen, da es in der Nacht stark regnen sollte. Das haben wir natürlich dankend angenommen! Und tatsächlich war der Traum von gutem Wetter dann vorbei. Die ganze Nacht hat es geregnet. Am Morgen fuhren wir extra früh los, um dem gemeldeten Starkregen zu entkommen, aber auch das hat nichts gebracht. Zur ersten Fähre waren es 30 km und bis dahin waren wir bereits klitschnass. Den ganzen Tag über ging es so weiter. Unser Ziel war ein Campingplatz, der - wie sich bei der Ankunft herausstellte - geschlossen war. Also nochmal weitere 24 km durch den Regen. Dort kamen wir dann fix und fertig an und haben uns völlig durchnässt eine sehr gemütliche Holzhütte gemietet, die über 300 Jahre alt ist!
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Svartisen-Gletscher

Zum Glück beruhigt sich der Wind am nächsten Tag etwas und der Weg nach Furøy wird zu einer reinen Genussfahrt. Ständig halten wir an, um Fotos zu machen. In Furøy machen wir einen Pausentag und gehen wandern. Mal was anderes als im Sattel zu sitzen! Vom Campingplatz aus fahren wir zum Svartisen-Gletscher. Der Anblick ist schon von weitem atemberaubend. Der zweitgrößte Gletscher in Norwegen macht mit einer Fläche von 370 Quadratkilometern ca. 0,7% der Landfläche Norwegens aus. Mit seinem Schmelzwasser wird ein Kraftwerk betrieben, das 7500 Haushalte mit Strom versorgt. Wie andere Gletscher auf der Welt auch, schmilzt der Svartisen im Sommer jedoch mehr, als er im Winter an Größe gewinnt. Um das Jahr 1900 herum erreichten die Gletscherarme noch den See, den sein Gletscherwasser erzeugt. Heute ist eine 2-stündige Wanderung nötig, um das Eis vom See aus zu erreichen. Das hat uns direkt vor Augen geführt, wie wichtig das 1,5 Grad Ziel ist und wie gravierend die Folgen der Klimakrise sein werden. Die Eindrücke heute waren zum einen wunderschön, zum anderen aber schwierig zu verdauen. Wir sind trotzdem froh, die Pause eingelegt und die Zeit trotzdem gut genutzt zu haben.
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Kilboghamn

Immer noch mit gutem Wetter gesegnet geht es für uns weiter Richtung Norden. Die Straße ist ein ständiges Auf und Ab, aber die atemberaubende Landschaft gekrönt mit mächtigen Schneebergen entlohnt uns für sämtliche Höhenmeter. Aber auch der Wind macht sich deutlich bemerkbar und reißt mir Franzi auf dem Weg nach Kilboghamn fast vom Rad. Sehr langsam kommen wir voran, immer darauf konzentriert nicht vom Wind weggepustet zu werden. Willkommen in Norwegen, wo man beim Bergabfahren nicht nur treten, sondern auch noch runterschalten muss. Auch das Zelt aufbauen stellt an diesem Tag eine Herausforderung dar.
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Der Sonne und Nordland entgegen

Die Sonne hat jedenfalls richtig gut getan und wir konnten das Reisen genießen. Zwischendurch eine Waffel und einen Kaffee auf einer kleinen Hybrid-Fähre (Strom und Diesel), die uns zum nächsten Abschnitt des E1 brachte. Die Fähren sind auch sehr bequem und immer barrierefrei. Also hier macht Norwegen auch viel richtig. Wir kommen gut voran, wenn auch die regelmäßig auftauchenden Fotostops den Schnitt etwas drücken. Auf dem Weg nach Kolvereid haben wir dann auch die Region Nord-Trøndelag verlassen und sind jetzt in Nordland, wo wir auch bis nach den Lofoten bleiben werden.
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Die (Wetter-)Wende

Nachdem wir nun 2 Tage gefroren haben und es so sehr geregnet hat, dass mein Handy vor Nässe fast den Geist aufgegeben hat, sind wir am 3. Tag auf dem Rad dann doch noch mit Sonne belohnt worden. Endlich mal so Radfahren, wie man sich das vorgestellt hat. Außerdem kamen wir in den Genuss eines norwegischen Campingplatzes. Und die sind in Norwegen der Hammer! Total sauber, beheizte Küche und warme Duschen. Ein Traum! Dort haben wir ein französisches Paar getroffen, das uns die nächsten 2 Tage immer wieder begegnete. Auch sie sind mit dem Rad unterwegs und wir haben uns den ein oder anderen Tipp zur Ausrüstung geholt. Man hat ja nie ausgelernt!
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Durch den Regen

Der nächste Tag fing wettertechnisch genauso an. Doch es sollte nicht so bleiben. Nach einer Stunde Fahrt kam der Regen noch dazu. Und hielt an bis zum Etappenende nach 96 km. Durch den Regen sind auch die Pausen zu kurz gekommen. Wir waren platt. Zum Glück wartete am Ende des Tages ein Airbnb mit Kamin auf uns. Man muss es sich ja auch bisschen schön machen! Wir sind dann früh ins Bett gefallen und hoffen in den kommenden Tagen auf besseres Wetter! Als kleinen Nachtrag zum letzten Post (Oslo) habe ich vom Betreiber des Airbnb erfahren, dass in Norwegen PKW mit 20-30% Luxussteuer belegt werden, aber eben nicht die E-Autos. Das ist dann wohl ein weiterer Grund für die vielen E-Auto Zulassungen in Norwegen.
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Kaltstart in Trondheim

Nun heißt es jedoch Oslo auf Wiedersehen zu sagen und den Blick gen Norden zu richten. Nach einer schlaflosen Fahrt im Nachtzug nach Trondheim kamen wir ziemlich zerknittert an, freuten uns aber trotzdem endlich starten zu dürfen. Rad bepackt und los ging die Fahrt. Bei ziemlich bewölkten 7 Grad war der Start jedoch eher mühselig. Und weil wir quasi keinen Schlaf hatten, war die erste Etappe mit 55 km doch eher kurz gehalten. Bereits um 14 Uhr kamen wir an unserem Tagesziel an. Das Zelt aufgestellt und dann... gefroren. Ein kleines Feuer hat die Körpertemperatur und die Laune gehoben! Die Nacht war kalt, aber erholsam, da wir echt müde waren.
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Oslo

Gegen 10 Uhr vormittags kamen wir in Oslo an. Was für eine Stadt! Unfassbar schön und so viele gute Radwege! Wirklich angenehm. Und E-Autos soweit das Auge reicht. In Norwegen sind im Jahr 2021 fast 65 Prozent zugelassen worden. Bei fast 20.000 Ladesäulen und günstigem Ökostrom durch Wasserkraft ist das eine wunderbare Synergie. In einer so grünen und blauen Stadt haben wir neben einigen anderen Museen auch das "Climate Huset" (Das Klimahaus) besucht. Dort gibt es aktuell eine Ausstellung, die die Aufmerksamkeit auf die Folgen des Klimawandels richten soll. Wenn das mal keine Motivation ist mit dem Fahrrad zu fahren! Die vermehrten Extremwetterereignisse und damit einhergehenden Hungersnöte und Flüchtlingswellen, sowie der Anstieg des Meeresspiegels dürften mittlerweile bekannt sein. Was mich jedoch überrascht hat, war die Verbreitung von Krankheiten durch Insekten bei steigenden Durchschnittstemperaturen. Das Thema hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm - mal wieder ein Grund mehr nachhaltig zu leben. Jetzt sind wir gespannt auf den Nachtzug nach Trondheim und freuen uns darauf endlich loszuradeln!
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Anreise

Die Anreise nach Norwegen hat wunderbar funktioniert. Als der Wecker um halb 4 klingelte, machten wir uns müde aber voller Vorfreude auf den Weg zum Hauptbahnhof. Dort stand der Zug schon bereit und wir konnten bequem einsteigen (mit den vollbepackten Rädern nämlich gar nicht so leicht). In Kiel sind wir zwar mit Verspätung angekommen, aber dank des hervorragenden Zeitmanagements war das kein Problem. Der Fährhafen war dann auch schnell gefunden und wir trafen die ersten Radelnden mit dem selben Ziel. Die Fährüberfahrt war wirklich eindrucksvoll. Nach einer Pizza in einem der Restaurants ging es dann früh ins Bett. Die Nacht war super - ein solch bequemes Bett werden wir wohl länger nicht haben!
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Prolog

Besonders in Bezug auf die Klimakrise dürfen wir alle unseren Alltag überdenken. Dazu gehört auch die Wahl des Verkehrsmittels. Und das Fahrrad zählt zu den emissionsärmsten Verkehrsmitteln überhaupt! Aber Radfahren hat noch viel mehr Vorteile: es ist gesund, hält fit, macht Spaß und die Geschwindigkeit ist schnell genug um weit zu reisen, aber trotzdem noch in einem Tempo, bei dem man die Umgebung wahrnehmen und genießen kann. Es verursacht nur minimalen Reifenabrieb und keinen Feinstaub. Tanken muss man auch nicht, das spart Emissionen und der Geldbeutel freut sich auch. Win-win-win-Situation! Natürlich findet die Anreise nach Trondheim ohne Flugzeug, sondern per Zug und Fähre statt. Von dort folgen wir dem Euro Velo 1 der norwegischen Küste bis ans Nordkap. 1,5 Monate sind wir mit Rad, leichtem Gepäck und Zelt unterwegs.